Wer Noten veröffentlicht, weiß, wie leicht sich beim Satz Fehler einschleichen: ein vergessenes Vorzeichen, ein Bogen, der eine Note zu früh endet, ein Fingersatz, der verrutscht ist. Solche Stellen zu finden, ist seit über dreißig Jahren meine Aufgabe, und sie liegt mir sehr am Herzen.
In der Entstehung einer Ausgabe bin ich nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Aber ich weiß, dass dieses Rädchen zählt: Am Ende spielen Musikerinnen und Musiker aus diesen Noten, und jede Stelle, die ich finde, macht diese Ausgabe ein Stück besser und bewahrt das, was Komponistinnen und Komponisten gewollt haben. Das ist es, was mich an dieser Arbeit bis heute erfüllt.
Meine Korrekturen richten sich an alle, die Noten aus der Hand geben: ob sie eigene Werke selbst setzen oder setzen lassen, ob sie arrangieren, herausgeben oder einen Chor leiten und vor dem Druck oder der ersten Probe stehen. Auch Verlage ohne eigenes Lektorat unterstütze ich gern.
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Anfang meiner Zwanzigerjahre habe ich mich bei verschiedenen Musikverlagen beworben. Der Bärenreiter-Verlag in Kassel und der G. Henle Verlag in München gaben mir die Chance, mich als Notenkorrektor zu bewähren. In den folgenden Jahren erhielt ich Hunderte von Korrekturseiten und betreute oft mehrere Projekte nebeneinander. Bei Bärenreiter gehörten auch Uraufführungen dazu, etwa die anspruchsvolle Partitur der Oper „Aus der Matratzengruft“ von Günter Bialas. Später kam der renommierte Schott-Verlag hinzu, für den ich im Bereich der Neuen Musik gearbeitet habe.
Geblieben bin ich beim G. Henle Verlag, und das aus Überzeugung. Seine Ausgaben sind für mich die besten, die ich kenne, und auch im Klavierunterricht spiele ich fast nur aus Henle-Noten. Für den Verlag korrigiere ich vor allem Klavierausgaben aller Epochen, aber auch Lieder, Kammermusik und Werke für andere Besetzungen, Neuausgaben ebenso wie Neuauflagen.
Ich selbst bin Klavierpädagoge und habe mich auf den Unterricht mit Erwachsenen spezialisiert. Jahrzehntelang war ich als Organist in verschiedenen Kirchengemeinden tätig, und als Korrepetitor habe ich lange mit Sängerinnen und Sängern gearbeitet.
Für das Vertrauen, das mir diese Verlage über so viele Jahre entgegengebracht haben, bin ich dankbar. Es begleitet mich bei jeder Fahne, die auf meinem Tisch liegt.
4Neben mir liegen die Vorlage, also das Manuskript, eine ältere Ausgabe oder die zuletzt freigegebene Fassung, und die Fahne mit dem neuen Notensatz. Ich gehe beide Takt für Takt und Stimme für Stimme durch und trage jede Abweichung ein. Dabei lese ich nicht nur, ich höre die Musik im Kopf mit. Oft ist es gerade dieses innere Hören, das mich an einer Stelle innehalten lässt, die auf dem Papier zunächst ganz unauffällig aussieht.
Ich korrigiere auf Papier und arbeite dabei bewusst mit zwei Farben. Was rot eingetragen ist, ist eindeutig: Hier weicht der Satz von der Vorlage ab und muss geändert werden. Mit Bleistift markiere ich Stellen, an denen etwas nicht zu stimmen scheint, die Sie aber selbst noch einmal prüfen sollten. Wo ich unsicher bin, setze ich zusätzlich ein Fragezeichen dazu. So sehen Sie auf einen Blick, was sicher falsch ist und wo Sie selbst entscheiden.
Die Unterlagen können Sie mir per Post schicken oder als PDF; digitale Dateien drucke ich für die Korrektur aus. Die korrigierte Fahne erhalten Sie auf dem Weg, der Ihnen lieber ist: per Post oder fotografiert als PDF, das Sie am Bildschirm gut lesen und direkt übernehmen können.
Auch eine Vorlage ist nicht immer frei von Fehlern. Über die Jahrzehnte habe ich ein feines Gespür dafür entwickelt, wann ein Ton im Zusammenhang nicht schlüssig ist. Dann arbeite ich nicht einfach ab, was dasteht, sondern gehe einen Schritt weiter und weise Sie mit Bleistift und Fragezeichen darauf hin.
Wie schnell eine Korrektur fertig ist, besprechen wir gemeinsam, bevor ich beginne. Das hängt vom Umfang ab, aber auch von der Dichte des Satzes und von der Epoche: Ein Menuett aus dem Barock liest sich schneller als ein dicht gesetztes romantisches Klavierstück oder eine Partitur der Neuen Musik. Auch kurzfristige Aufträge und größere Mengen sind möglich. Sagen Sie mir einfach, bis wann Sie die Fahne zurück brauchen, dann klären wir, was sich einrichten lässt.
Genauigkeit liegt mir im Blut. Ich arbeite seit jeher sehr akribisch, sehe schnell, wo etwas nicht stimmt, und erkenne meist auch gleich, wie es sich lösen lässt. Oberflächliches Lesen ist mir fremd. Nichts stört mich im Klavierunterricht mehr als Noten mit einem falschen Ton, und wenn ich einer solchen Stelle nachgehe, bestätigt sich mein Eindruck. Ich mag es, wenn die Dinge stimmen, und bringe sie gern auf den richtigen Weg.
Dieselbe Sorgfalt steckt in meiner Kunst: Ich lege großformatige Mosaikbilder aus Tausenden winziger Steinchen, bei denen jedes einzelne an seinem Platz sitzen muss, damit das Ganze stimmt. Genau so lese ich Ihre Fahne, Zeichen für Zeichen, bis sie mit der Vorlage übereinstimmt. Das gilt für eine Klavierausgabe ebenso wie für Orchesterstimmen, die ich gern auch mit der Partitur vergleiche.
5| Takt | System | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1 | o. S. | Bogen bis zur 4. Note verlängert, entsprechend der Vorlage. |
| 2 | o. S. | 3. Note a statt g. |
| 3 | o. S. | ♯ vor f ergänzt. |
| 4 | o. S. | Haltebogen c''–c'' fehlt in der Fahne. |
o. S. = oberes System. Die Tabelle erläutert die Korrekturen im Notenbeispiel. In Ihrer Fahne stehen sie als Korrekturzeichen direkt im Notentext und am Rand.
6| Pro Notenseite | 5,00 € |
Wenn Sie mögen, schicken Sie mir eine Seite Ihrer Fahne zusammen mit der Vorlage. Ich sage Ihnen dann gern, wie lange ich ungefähr brauche.
info@notenkorrektur-koellner.de
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